Newtons Irrtum

Autor: Matthias Härtel

Beschäftigt man sich näher mit der sogenannten Newtonschen Himmelsmechanik, so stellt man erstaunt fest, dass die heutige Wissenschaft an dieser Vorstellung Newtons noch immer festhält, ja diese sogar – wie so vieles in der Wissenschaft - zu einem Dogma erhoben wurde.

Dabei erscheint die Vorstellung einer wie auch immer gearteten Mechanik bei näherem Hinsehen bereits absurd, da sie bestenfalls als Vergleich herangezogen werden kann, um die geheimnisvollen Kräfte im Universum zu erklären bzw. erklären zu wollen.

Newton postulierte bekannter weise eine Erdanziehungskraft, nachdem ihm ein Apfel auf das Denkerhaupt gefallen sein soll und erhob dann diese Kraft zu einer universellen Kraft, die allen Himmelskörpern innewohnen soll, so vor allem der Sonne, die dann angeblich mit Hilfe der Gravitation die Bahnen unserer Planeten beeinflusst.

Das klingt im ersten Augenblick auch gar nicht so schlecht und als Beispiel hierfür stelle ich mir immer den klassischen Hammerwerfer vor.

Ein Mann schwingt eine Kugel, die an einem Seil befestigt ist, um seine eigene Körperachse und natürlich wird die Kugel nun durch das Seil gehindert davon zufliegen.

Gedacht für unser Sonnensystem, würde dies bedeuten, das unsere Sonne praktisch über viele Seile (die Gravitation) hinweg, die Planeten unseres Sonnensystems an sich „bindet“ und tatsächlich wird das auch heute noch so gesehen.

Allerdings gibt es da gleich mehrere Probleme, denn erstens ist die Gravitation auf der einen Seite so schwach, das man sie laut Physik messtechnisch nicht erfassen kann, auf der anderen Seite soll sie aber so stark sein, das sie zum Beispiel den gigantischen Planeten Jupiter in seiner Umlaufbahn hält. Ein Widerspruch, der anscheinend niemanden interessiert.

Zweitens, kommt hier noch das Problem der sogenannten Massenträgheit ins Spiel, denn unsere Erde bewegt sich laut Physik um die Sonne, nicht etwa weil sie durch irgendeine Antriebskraft bewegt wird, was dann ja ein Perpetuum Mobile wäre, da diese Kraft nicht ersichtlich ist, sondern weil sie ihrer Massenträgheit folgen will und sich somit eigentlich geradlinig bewegen müsste!

Diese physikalische Größe, also die so genannte Massenträgheit, soll nun also die Bewegung der Erde bewirken, ohne sie eigentlich wirklich zu bewirken, da es sich bei dieser sogenannten Massenträgheit ja eigentlich nur um eine Funktion handelt, wie letztendlich selbst die Physiker zugeben!

Es wurde also, unter großer Verwirrung, das offensichtliche Problem der Bewegungsursache für eben die Bewegung unserer Erde (was treibt sie wohl an?) umgangen, da die Massenträgheit eben auf gar keinen Fall die Bewegungsursache sein darf.

Und vor allem darf die Erde kein Perpetuum Mobile sein, denn wenn sie solch ein Perpetuum Mobile wäre, so würde die gesamte Kosmologie, wie sie die Physik heute versteht und erklärt, schlicht und einfach in sich zusammenbrechen!

Der Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker sprach in diesem Zusammenhang von dem so genannten „kausalen Paradox der Trägheit“, denn eigentlich muss diese Massenträgheit, wenn es sie denn gibt, für die Bewegung der Erde verantwortlich sein.

Aus dieser Massenträgheit heraus ergibt sich das dritte Problem, denn wenn selbige existiert, so ist mit der klassischen Himmelsmechanik nach Newton schon gleich gar nicht mehr erklärbar, wieso zum Beispiel unsere Erde an ihrem Sonnen fernsten Punkt gewissermaßen umdreht, wenn sie doch bedingt durch die Massenträgheit nun eigentlich das Sonnensystem verlassen müsste.

Auch dem geniale Physiker Ludwig Kaul war dieses Problem bewusst, wie nachfolgendes Zitat aus seinem Buch „ Atomenergie und Weltallkräfte“ (1929) verdeutlichen soll:

„Die Beziehungen der Erde zur Sonne werden von der heutigen Wissenschaft so geschildert, dass unser Planet eine Bahn um die Sonne zurücklegt, die elliptisch, also nicht kreisförmig ist. Jede Ellipse hat zwei Brennpunkte, und in einem derselben soll die Sonne stehen. Der zweite Brennpunkt ist leer, so dass für die elliptische Bahn, die soweit von der Sonne hinwegführt und dann von einem bestimmten Punkte an ohne kraftmäßige Begründung wieder zurück nach der Sonne hin nur ein rätselhaftes Etwas verantwortlich gemacht werden kann.

Wenn es der Sonne nicht möglich ist, trotz ihrer großen Energie die Erde zu halten - wenn vielmehr die Erde förmlich von der Sonne wegeilt - woher soll plötzlich wieder die Anziehungskraft der Sonne zur Einleitung der Rückwärtsbewegung der Erde kommen?

Ein Kraftkörper wie die Sonne, dem es zweimal gelingt, vor der Ausreise der Erde in die elliptische Weite und nach der Heimkehr der Erde von diesem Ausflug in den Raum, die Erde ganz in ihre Nähe zu bekommen, so das unser Planet die Anfänge eines Kreisbogens zurücklegt, kann auf keinen Fall gleichzeitig der Urheber einer ganz drastischen Entfernungsbewegung sein.“

Besser als Kaul kann man das Problem wohl kaum beschreiben und es wird deutlich ersichtlich, das die sogenannte Gravitation vielleicht wirklich existiert, ihre tatsächliche Ursache aber völlig missverstanden wird.

Wenn die beschriebene Wirkung der Gravitation falsch ist, da weit und breit keine vernünftig erklärbare Ursache in Sicht ist, muss man sich diese vermeintliche Wirkung also noch einmal genauer anschauen.

Denn, wenn die Gravitation von außen nach innen, als Zug-/Sogkraft nicht erklärbar ist, dann muss es hierfür zwangsläufig eine andere Erklärung geben!

In diesem Sinne halten wir uns einfach an die Aussage von Viktor Schauberger, der ja immer meinte:

„Ihr müsst es gerade anders herum machen, gerade verkehrt herum!“

Und das genaue Gegenteil von Zug ist ja wohl Druck, oder?

Also kein Zug/Sog in das Innere der Erde hinein, sondern ein von außen kommender Druck, der auf die Erdoberfläche eben Druck ausübt!

Was dann bedeuten würde, dass ein Apfel nicht auf die Erde fällt, sondern auf die Erde gedrückt wird. Klingt vielleicht im ersten Augenblick etwas eigenartig, nur, warum eigentlich nicht?

Mit meinen Überlegungen so weit gekommen, machte ich mich auf die Suche danach, ob nicht schon einmal jemand auf diese Idee gekommen ist und siehe da, ausgerechnet in der engsten Umgebung Newtons wurde ich fündig.

Es handelt sich hierbei um den Genfer Physiker und Mathematiker Nicolas Fatio de Duillier, der, bevor es zum Bruch kam, ein intimer Freund von Newton war. Er bewunderte Newton für seine von ihm aufgestellte Gravitationsgesetze und seine Gravitationstheorie, kam jedoch sehr bald zu ganz anderen Ansichten und veröffentlichte seine Gravitationsdrucktheorie bereits um 1690 herum in dem Werk „ De la Cause de la Pesanteur“ (Über die Ursache der Schwere), worauf hin es zum Bruch mit Newton kam, ja sogar kommen musste, denn de Duillier besaß die Frechheit gerade das Gegenteil von Newton zu behaupten.

Also Druck, statt Sog/Zug!

Die von de Duillier veröffentlichte Theorie zur Gravitation stieß, wie man sich wohl vorstellen kann, nicht gerade auf Begeisterung in der damaligen Gelehrtenwelt, da sie ja der von Newton so großartig postulierten Theorie eklatant widersprach.

De Duillier geriet kurz in Vergessenheit, bis der ebenfalls aus Genf stammende Physiker Georges-Louis Le Sage in den beiden Werken „Essai de Chymie Mechanique“ (1758) und „Lucrèce Newtonien" (1784) die Drucktheorie wieder auferstehen ließ, wobei man davon ausgehen kann, dass sich le Sage mit seiner Drucktheorie, die als die „Le-Sage-Theorie der Gravitation“ in die Physikgeschichte einging, stark an de Duillier orientierte.

Und wie kam nun Le Sage auf seine Theorie? Nun sehen wir uns hierzu ganz einfach seine eigene Erklärung einmal an.

»Als ich eines Tages eine Kutsche beobachtete, kam mir die Erkenntnis: Die Kutsche wird nicht etwa von dem Pferd gezogen, sondern das Pferd drückt gegen das Geschirr um seine Brust. Der scheinbare Zug ist in Wirklichkeit ein Druck! «

Seine Veröffentlichung stieß ebenfalls auf den harschen Widerstand der Gelehrten und es entbrannte kurzzeitig ein heftiger Streit.

Einer der heftigsten Kritiker der Drucktheorie war der berühmte Mathematiker, Physiker und Astronom Pierre Simon de Laplace (1749-1827), der drei Gründe hervorbrachte, warum die Drucktheorie nicht stichhaltig sein könne.

1) müsste entsprechend der Drucktheorie, die Materie aus Leerräumen bestehen, was Laplace als völligen Unsinn bezeichnete

2) müssten die unsichtbaren Teilchen nach Laplace eigenen Berechnungen bedeutend schneller als das Licht sein, was er ebenfalls einfach ablehnte

3) und schließlich, man mag es kaum glauben, gefiel ihm ganz einfach die Theorie nicht

Voller Freude und Dankbarkeit schloss sich die Gelehrtenwelt der Meinung von Laplace an und hatte somit ein Problem weniger zu verzeichnen!

Die Druckgravitationstheorie gefällt mir persönlich weitaus besser, als die Gravitationstheorie Newtons und es fehlte nun nur noch der wissenschaftliche Beweis für die Drucktheorie, die dann der vollkommen unbekannte italienische Physiker Quirino Majorana (1871-1957) erbrachte, indem er in den 1920er Jahren folgende Gedankengänge tätigte:

„Wenn die Gravitation durch die teilweise Abschirmung von diesen unsichtbaren Teilchen wirklich entsteht, so müsste eigentlich eine Masse, die vollständig von anderen Massen umgeben ist, nachweisbar an Gewicht verlieren?“

Nachdem Majorana seinen Gedankengang einmal getätigt hatte, begab er sich nun daran, seinen Gedankengang mittels eines Experimentes zu überprüfen, wobei er natürlich nicht wenig Rückschläge zu verzeichnen hatte, bis er es innerhalb einer zehnjährigen Forschungsarbeit dann endlich vollbrachte.

Er umgab hierzu eine Testmasse erst einmal vollständig mit einem Mantel von 100 Kilogramm Quecksilber und diesen dann noch einmal mit einem Mantel von 1000 Kilogramm Blei. In den fortwährend erfolgenden Messungen stellte er dann tatsächlich eine signifikante Gewichtsabnahme der Testmasse fest, was eigentlich nur bedeuten konnte, dass die Druckgravitationstheorie richtig sein musste.

Als der damals relativ unbekannte Physiker Majorana seine Testergebnisse veröffentlichte, waren es sofort wieder ein paar berühmte Gelehrte, wie zum Beispiel die beiden Astronomen Henry Norris Russel und Arthur Eddington, die die Ergebnisse des Idealisten Majorana rundheraus ablehnten, ohne das sie allerdings irgendwelche plausiblen Gründe dafür angeben konnten, warum sie diese Ergebnisse ablehnten.

Man lehnte wohl nur ab, da man sich Newton und der inzwischen allgemein anerkannten These Einsteins über den gekrümmten Raum als definitiv letzte Erklärung für die Ursache der Schwerkraft verbunden fühlte.

Die Drucktheorie gefällt mir also ausnehmend gut, nur wo soll denn nun dieser Druck herkommen, wenn sich um die Erde herum ein Vakuum befindet und die postulierten unsichtbaren Teilchen in diesem Vakuum anscheinend nicht vorhanden sind?

Womit wir nun beim Äther angelangt wären, denn die Drucktheorie, wäre ohne die Existenz eines Äthers als Medium so nicht haltbar.

Wie die Leser meiner Internetseite sicher wissen, wurde der Äther durch einen lapidaren Satz Einsteins einfach abgeschafft.

„Die Einführung des „Lichtäthers“ wird sich insofern als überflüssig erweisen, als nach der zu entwickelnden Auffassung weder ein mit besonderen Eigenschaften ausgestatteter „absolut ruhender Raum“ eingeführt, noch einem Punkte des leeren Raumes, in welchem elektromagnetische Prozesse stattfinden, ein Geschwindigkeitsvektor zugeordnet wird."

Das Einstein damit die Wissenschaften im Allgemeinen und die Kosmologie im Besonderen in erhebliche Schwierigkeiten brachte, ist jedem klar, der sich mit diesem Thema beschäftigt, denn über die Existenz des Äthers ließen sich alle möglichen Probleme der Kosmologie wenigstens noch einigermaßen erklären, insbesondere die elektrodynamischen Phänomene einschließlich der Optik.

Heinrich Hertz (1856–1894) brachte die damalig zeitgenössische Ansicht auf den Punkt, in dem er sagte: „Nehmt aus der Welt die Elektrizität, und das Licht verschwindet; nehmt aus der Welt den lichttragenden Äther, und die elektrischen und magnetischen Kräfte können nicht mehr den Raum überschreiten.“

Ich glaube ich bin heutzutage nicht der einzige Forscher, der von der Existenz eines Äthers fest überzeugt ist, denn nur der Äther als tragendes Medium, kann als wahrhaftige Ursache für die Gravitation gelten, wenn man hier noch gewillt ist, einige mögliche Kombinationen zuzulassen.

Eben zum Beispiel den Äther als Medium und die Druckkräfte ( Druckgravitationstheorie) als Bewegungsursache.

Der Physiker Ludwig Kaul sah das so ähnlich und schrieb bereits 1929 folgendes hierzu nieder:

„Die Erde wird durch die örtliche Rotation des gasigen Kolloidgebildes mitgetragen. Sie kommt in Sonnennähe und in Sonnenferne. Sie kommt auch zweimal in Stellungen, die die Mitte zwischen den beiden extremen Stellungen sind. Sie legt eine Bahn zurück, die, gemessen an anderen Punkten in deren Relation zur Sonne, wie eine Ellipse erscheinen muß.

Es ergibt sich also alles, was sich bei der Annahme eines elliptischen Umlaufes der Erde um die Sonne ergibt, nur mit dem Unterschied, dass es sich gar nicht um einen Umlauf handelt, sondern um einen Transport der Erde auf einer viel größeren Einheit, der gar keinen elliptischen Umlauf darstellt, sondern nur, von der Erde aus wahrgenommen, als solche erscheint. Wir geraten ins Kapitel der Relativität, dass heißt der Erscheinungen, die von der Erde aus geschaut und wahrgenommen, sich ganz anders präsentieren, als wenn sie von einem außerhalb der Erde gelegenen Punkt aus gesehen werden.“

Natürlich – und Sie haben es sicher gleich erkannt - spricht Kaul hier bereits von einem „bewegten“ Äther als Ursache für die Gravitation und wenn man nun noch die Druckgravitationstheorie in die Theorie eines bewegten Äthers einfließen lässt, so lässt sich über diese Kombination zum Beispiel die Ursache für die Gezeiten auf unserem Planeten weitaus plausibler erklären, als die verzweifelten Bemühungen der ( Äther losen) Wissenschaft zum selben Phänomen.

Die Ursache der Gravitation ist also wahrscheinlich im bewegten Äther zu finden, wobei die interessante Frage hierbei wäre, wie es dieses System schafft über Milliarden von Jahren absolut stabil zu bleiben?

Die Ursache für seine Gravitationstheorie konnte Newton übrigens nicht angeben und genau dies war auch der Punkt den seine Gegner, allen voran Robert Hooke, ins Feld führten, wenn sie Newton öffentlich Angriffen.

Eine Antwort blieb Newton seinen Widersachern stets schuldig, war aber andererseits um schon kurios zu nennende Ausreden wirklich nicht verlegen.

Als er wieder einmal, ob seiner Gravitationsgesetze, angegriffen wurde, antwortete er lapidar:

„Hypotheses non fingo!“

Ich mache keine Hypothesen!

Womit für den Gelehrten der Fall erledigt war!

Erlauben Sie mir noch einen Gedankengang zum Abschluss dieses Artikels.

Ich denke einmal, dass man es als Tatsache ansehen kann, dass ein magnetisches Feld immer nur dann entstehen kann, wenn sich eine elektrische Ladung bewegen kann. Das magnetische Felder „en masse“ im Universum existieren, ist wohl auch klar. Vor etwas mehr als 100 Jahren wurde als Erklärung für diese Bewegung der elektrischen Ladung, nach wie vor, der Äther ins Feld geführt.

Und heute, bewegt sich die elektrische Ladung, durch/über was?

Alles weitere zu diesem interessanten Thema gibt es dann natürlich in meinem neuen Buch " Newtons Irrtum" zu lesen, denn dieser kleine Artikel soll nur ein Vorgeschmack sein, auf das, was Sie dann noch erwartet.

Herzlichst

Ihr

Matthias Härtel